Sternekoch Christian Rach besuchte das Gasthaus Zum Schober
9. Januar, 2009 by Bernd

Uwe und Renate Benno
Das Gasthaus „Zum Schober“ kann auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken und zählte jahrzehntelang zu den angesagtesten Adressen in Augsburg-Lechhausen. Vor sieben Jahren übernahm das Ehepaar Benno die Traditions-Wirtschaft. Der Start für Renate und Uwe war trotz hohen Engagements extrem schwierig, da die zahlreichen Pächterwechsel zuvor am guten Ruf der Gaststätte in der Stätzlinger Straße 12 gekratzt hatten. Doch die Bennos lieben ihren Beruf und hingen viel Zeit und Herzblut in ihr Lokal. In den Sommermonaten liefen die Geschäfte dank des gemütlichen Biergartens immer sehr gut. Sorgen machten den beiden Wirtsleuten jedoch die harten Wintermonate, da sich in dieser Zeit nur wenige Gäste in die Gaststube kamen. Uwe Benno bewarb sich deshalb hinter dem Rücken seiner Ehefrau Renate bei der RTL-Serie „Rach, der Restauranttester“. Erst als sich das Castingteam in Augsburg ankündigte, weihte er seine Gattin in sein Vorhaben ein. Der erfahrene Sternekoch Christian Rach sollte den beiden tatkräftig unter die Arme greifen. TRENDYone-Redakteur Bernd Aue unterhielt sich mit den Bennos und wollte mehr über diese Story erfahren.
Lieblingsstars.com: Wie kam es zum Besuch von Christian Rach in Augsburg?
Renate: Mein Mann hat sich im Internet ohne mein Wissen bei der RTL-Serie „Rach, der Restauranttester“ angemeldet. Erst als zwei Damen von RTL ihren Besuch in Augsburg angekündigt hatten, hat er mir davon erzählt. Das RTL-Castingteam hat uns dann hier interviewt, sich unsere Räumlichkeiten angesehen und alles ausführlich dokumentiert. Das Video wurde anschließend Christian Rach vorgelegt. Er entscheidet alleine, welche Restaurants er letztendlich besucht. Scheinbar hat ihm unsere Bewerbung gut gefallen.
Es gibt viele sehr gute Köche in Deutschland. Warum habt ihr gerade Christian Rach ausgewählt?
Christian Rach hat seinen Beruf, wie mein Mann auch, nicht von der Pieke auf gelernt. Deshalb war Uwe irgendwie schon immer auf ihn fixiert. Wir verfolgten zudem regelmäßig seine TV-Sendungen und fanden ihn stets ausgesprochen sympatisch. Andere TV-Formate wirken sehr aufgesetzt. Christian hingegen zeigte sich immer sehr natürlich. Das gefiel uns.
Wie liefen die Dreharbeiten ab?
Am ersten Tag kam Christian Rach in unsere Gaststätte und probierte einige Gerichte, die auf unserer Speisekarte standen. Das Essen schmeckte ihm gut und auch die Sauberkeit lobte er. An der Küche konnte es demnach nicht liegen. Er verabschiedete und kündigte seinen Besuch am nächsten Morgen an. Jetzt nahm er unsere Räumlichkeiten genauer unter die Lupe. Dabei entdeckte er ein altes Bild vom Gasthaus an der Wand und meinte, so gefällt mir das. Kurzerhand verpasste er der Gaststätte „Zum Schober“ einen neue Fassade mit freundlicher Außenbeleuchtung und typisch bayerischen Fensterläden. Den Holzanbau strich er weiß, um ein harmonisches Gesamtbild zu erreichen. Der erste Eindruck zählt bekanntlich. Die alten, matten Fensterscheiben lies er durch transparente ersetzen, um so im Innenraum eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Zudem entfernte er den „Hausfrauen-Nippes“ aus dem Nebenzimmer. Die Speisekarte ergänzte er lediglich um bayerische Schmankerl, damit wir eine Besonderheit haben, die sonst keiner anbietet. Christian Rach wurde bei seinem Besuch von einer Assistentin, die alles organisierte, einem Fahrer und dem dreiköpfigen Kamerateam begleitet. Während seines Aufenthaltes besuchte er u. a. auch Dr. Sebastian Priller, den Chef der Brauerei Riegele, der ihn bei seinem Projekt tatkräftig unterstützte.
Hattet ihr nach seinem Besuch noch einmal Kontakt zu Christian Rach bzw. RTL?
Ja. Christian stattete uns einige Monate nach den Dreharbeiten einen Überraschungsbesuch ab. Er wollte sich selbst davon überzeugen, ob sich sein Einsatz tatsächlich gelohnt hatte. An diesem Abend war sehr viel los. Christian konnte es gar nicht fassen, wie gut unsere Gaststätte jetzt schon läuft. Auch mit dem Probeessen war er wieder sehr zufrieden. Wir werden uns garantiert wieder sehen, zumal er uns auch zu sich nach Hamburg ins Tafelhaus eingeladen hat. Mit dem verantwortlichen RTL-Aufnahmeleiter stehe ich immer noch regelmäßig in Kontakt.
Was hat sich seither verändert?
Unsere Gaststätte läuft seit dem Besuch von Christian Rach ausgesprochen gut. Aufgrund des neuen, äußeren Erscheinungsbilds kamen bereits von Beginn an mehr Gäste. Einige positive Presseberichte bescherten uns weitere Gäste. Seit der TV-Ausstrahlung im Januar steht das Telefon jedoch nicht mehr still. Wir waren die ersten beiden Wochen danach komplett ausgebucht. Auch Reservierungen für Mai liegen bereits vor. An einem Tag verkauften wir bis zu 70 Essen. Das ist einfach gigantisch. So etwas habe ich noch nie erlebt. Zuvor war ich froh, wenn ich am Freitag eine Reservierung für den Sonntag hatte. Ich bedauere es sehr, dass ich wegen der großen Nachfrage viele Leute vertrösten musste, da wir bereits ausgebucht waren. Am meisten überrascht bin ich über das positive Feedback aus ganz Europa. Wir bekamen hunderte E-Mails, u. a. aus Holland, Polen und der Schweiz. Gestern kam ein Ehepaar extra zum Mittagessen aus Stuttgart zu uns nach Augsburg, weil sie die Sendung gesehen hatten. Beim Schneeräumen halten Autos an und beglückwünschen mich.
Hattet ihr mit dieser positiven Entwicklung gerechnet? Woran lag es eurer Meinung nach?
Nein, mit diesem positiven Feedback hatten wir definitiv nicht gerechnet. Christian Rach hat von Beginn an einen guten Draht zu meinem Mann gefunden. Er hatte sich auch Sorgen um ihn gemacht. Einmal kam er zu mir in den Biergarten und bat mich nach Uwe zu sehen, da es ihm nicht gut ging. Er schickte ihm auch ein Kochbuch mit der persönlichen Widmung: „Pass besser auf dich auf!“. Christian Rach gestaltete alles so, als ob es sein Restaurant gewesen wäre und setzte alle Hebel in Bewegung, um seine Vorstellungen zu realisieren. Ich selbst hatte große Angst davor, im TV falsch dargestellt zu werden. Ich arbeite noch in Teilzeit beim Kaufland und hatte mir am Tag der Ausstrahlung und die drei Tage danach extra frei genommen. Am Anfang war ich von der Bewerbung ganz und gar nicht begeistert. Heute bin sehr froh, dass Uwe sich bei „Rach, der Restauranttester“ beworben hatte. Wir haben Christian viel zu verdanken.
Was bringt die Zukunft? Macht ihr euch heute noch Sorgen?
Momentan werden wir regelrecht überrannt. Das wird sich aber sicherlich bald wieder normalisieren. Wenn wir allerdings nur zehn Prozent der neuen Gäste halten können, dann sind wir schon zufrieden. Reich wird man in der Gastronomie heutzutage ohnehin nicht mehr. Die aktuelle Speisekarte werden wir unverändert beibehalten. Im März 2009 will mein Mann zusätzlich ein spezielles Schmankerl-Menü anbieten. Neue Gäste können dann an einem Abend mehrere Gerichte probieren und sich so selbst von unserer Qualität überzeugen.
In der Vergangenheit sind viele Tränen geflossen. Wir waren schon einmal ganz unten. Zwei Jahre nach der Übernahme des Gasthauses wollte ich alles hinschmeißen. Heute bin ich diejenige, die das Lokal nicht mehr aufgeben will. Wir lieben unseren Beruf und haben viel Herzblut und Liebe hineingesteckt. Jetzt wird unser jahrelanger Einsatz endlich honoriert. Das freut uns sehr.
Vielen Dank für das nette Gespräch und das leckere Essen! (ba)
Fotos: Bernd Aue und RTL
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