Polarkreis 18 im Interview

Polarkreis 18 schafften mit den nationalen Durchbruch mit ihrem Song Allein, allein

Lieblingsstars.com: Heute werden viele neue Bands gecastet. Wie habt ihr euch eigentlich damals „gefunden“?
Silvester: Das liegt schon elf Jahre zurück. Ich ging damals mit Felix zusammen in eine Klasse. Wir gründeten eine Band und nahmen nach und nach Bekannte hinzu, bis wir irgendwann sechs Bandmitglieder waren.

Ihr macht tolle Musik. Warum hat euer bundesweiter Durchbruch über zehn Jahre gedauert?
Das hängt auch damit zusammen, dass wir nicht über den gesamten Zeitraum von elf Jahren so gute Musik gemacht haben (lacht). Wir hatten damals mit harter Rockmusik begonnen. Heute ist unsere Musikrichtung deutlich kleinteiliger und vielseitiger. Wir waren anfangs nicht in der Lage, so ausgefeilte Texte zu schreiben, wie wir das heute können. Diese Fähigkeit mussten wir uns über die Jahre schrittweise aneignen und wurden so immer etwas besser.

Wie würdet ihr eure Musik selbst beschreiben?
Tanzbar, elektronisch oder Indie-Pop bzw. anspruchsvoller Pop

Hattet ihr schon bei der Produktion von „Allein, allein“ das Gefühl, dass der Song ein großer Hit wird?
Nein. Absolut nicht. Wir hatten zuvor weder eine Single ausgekoppelt noch ein Video gedreht. Deshalb hatten wir überhaupt keine Erfahrungswerte. Uns war allerdings schon bewusst, dass „Allein, allein“ ein klarer Song ist, der vielen Menschen gefallen könnte. Mit einem Sprung in die TOP10 hatten wir nicht gerechnet.

„Allein, allein“ war der Titelsong des Kinofilms Krabat. Wäre er auch ohne Krabat so erfolgreich geworden?
Das hat sicherlich einen Teil zum Erfolg in Deutschland beigetragen, da der Film hauptsächlich hier ausgestrahlt wurde. „Allein, allein“ war jedoch auch in den TOP10 in fünf weiteren europäischen Ländern platziert. Das zeigt uns, dass es nicht alleine an Krabat liegen kann. Was uns sehr überrascht hat, ist die Tatsache, dass sich der Song mit einem deutschsprachigen Refrain im Ausland erfolgreich durchsetzen konnte.

Ihr seid für Echo 2009, den größten deutschen Musikpreis, nominiert. Was ist das für ein Gefühl?
Die Nominierung ist toll. Verdient hat die Auszeichnung am Ende aber nur der Gewinner. Der Sieger wird durch ein Online-Voting ermittelt. Das heißt, dass letztendlich der Interpret gewinnt, der die aktivste Fangemeinschaft hat. Also fleißig für uns abstimmen ;-)

Wie kommt ihr mit dem plötzlichen Erfolg klar bzw. wie hat sich euer Leben in den letzten Monaten verändert?
In unserem Leben hat sich im Wesentlichen nichts geändert. Privat sind wir nach wie vor mit den gleichen Freunden in denselben Locations unterwegs. Der musikalische Alltag ist jedoch anders. Wir haben ein Jahr lang an dem neuen Album gearbeitet und hatten uns dafür komplett zurückgezogen. Jetzt geben wir wieder Konzerte und Interviews. Es macht extrem viel Spaß, nach der Produktion des Albums wieder Musik vor Publikum machen zu können.

Was war euer Highlights der letzten sechs Monate?
Da gibt es viele schöne Momente. Am spannendsten nach einer Plattenproduktion ist immer der erste Showcase. Hier bekommen wir erstmals Feedback von Kritikern und Bekannten und sehen, ob die Musik ankommt. Die Charterfolge der Single und des Albums waren großartig. Es freut uns auch, dass wir bei Konzerten vor immer mehr Menschen auftreten. Damit hätten wir nie gerechnet.

Gibt es einen Traum?
Wir lieben es in großen Theatern aufzutreten. Die Leute können dort sitzen und sich komplett auf die Musik konzentrieren. Das Ambiente ist in Theatern besonders edel. Hier Auftritte zu realisieren, ist immer sehr schwierig, so dass wir nur sehr selten in diesen Locations spielen.

Habt ihr Rituale vor oder nach einem Auftritt?
Nein, ein Ritual oder einen Talisman gibt es nicht. Wir brauchen nur Ruhe vor den Konzerten, damit wir uns entspannen können. Danach geht’s konzentriert auf die Bühne.

Was können wir in Zukunft noch alles von Polarkreis 18 erwarten?
Wir touren im Frühjahr durch Deutschland. Im Sommer treten wir dann bei einigen Festivals auf. Wir hoffen, dass wir auch im Ausland einige Auftritte bekommen werden. Mal schauen, ob es klappt. In ein bis zwei Jahren soll dann die nächste Platte erscheinen.

Ihr tretet am 13. März 2009 im Ostwerk auf. Wie kam der Auftritt in Augsburg zustande? Schaut ihr euch die Stadt auch an?
Unsere Songs laufen in Bayern sehr erfolgreich und deshalb dachten wir uns, dass wir dort auf alle Fälle im Rahmen der Tour 2009 wieder auftreten müssen. Im Herbst waren wir in München und jetzt ist Augsburg an der Reihe. Bisher konnten wir die Städte kaum besichtigen. Seit kurzem sind wir jedoch mit einem Nightliner unterwegs und reisen über Nacht an. So bleibt uns etwas Zeit, die Städte näher zu erkunden. Zuvor kannten wir meist nur die Locations, in denen wir aufgetreten sind.

Stimmt die abenteuerliche Entstehungsgeschichte eures Bandnamens?
Die Story stimmt. Der Vater eines Freundes war auf einer Expedition am Polarkreis unterwegs und hat sich zwei Zehen abgefroren. Damals hatten wir ein Lied danach benannt. Als sich unserer Musikrichtung geändert hat und neue Bandmitglieder hinzukamen, haben wir uns umbenannt und uns spontan für „Polarkreis 18“ entschieden.

Vielen Dank für das nette Gespräch! (ba)

Fotos: Polarkreis 18
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